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Das Wirtschaftssystem menschentauglich gestalten

Bei den aktuellen Nachrichten über Abgasskandal bei VW, Korruption und Doping im Sport, Lebensmittelskandale und vieles mehr stelle ich mir immer öfter die Frage: „Erzwingt das aktuelle Wirtschaftssystem“ das „immer mehr – egal wie“?

Mehr und mehr Wachstum immer in die gleiche Richtung gibt es – natürlicherweise – gar nicht. Weder bei den Mineralien, noch in Pflanzen- und Tierwelt. Auch bei uns Menschen ist die Begrenzung des Wachstums gut. Dort wo sie nicht stattfindet, wie beispielsweise Krebsgeschwüre, richtet Wachstum großen Schaden an.   

Den Schaden, den das stetige Streben nach Wachstum anrichtet –und noch von einigen Weniger, müssen alle ausbaden. Wobei gefühlt die Masse der Unbeteiligten und Ärmsten mehr ausbaden muss, als die Wenigen, die es verantworten. 

Das ist nicht gesund. Es ist noch nicht mal klug. Die Geschichte hat es immer wieder gezeigt: Irgendwann ist die kritische Masse erreicht, wo die Armen sich erheben und gegen die „Oberen“, „Verantwortungslosen und Gierigen“ kämpfen. Meist mit einer Intensität, die unterschätzt wird. Aber sie haben auch nichts mehr zu verlieren. Warum also ändern die Oberen ihr Verhalten nicht? Warum lernen sie nicht? Ich weiß die Gründe nicht, kenne noch nicht einmal einen davon persönlich, habe aber meine Theorie dazu: Diese Oberen haben so viel Materielles, sind so satt, dass sie „zu“ machen. Sie sind nicht mehr offen zur Aufnahme von irgendwas. Das heißt, sie machen immer weiter wie bisher, horten Materielles, lernen nichts dazu, geben nicht ab. Eine gesunde Balance fehlt, es wuchert. 

Ludwig Ehrhardt hat mit der sozialen Marktwirtschaft ein Wirtschaftssystem aufgebaut, welches den Menschen und seine Lebensweise sehr miteinbezieht. In der sozialen Marktwirtschaft werden die gesellschaftlichen Anforderungen wie auch Hilfe für Schwächere oder gerechten Ausgleich zwischen wirtschaftlichen Erfolg und sozialem Fortschritt berücksichtigt. Leider gibt es nicht mehr genug Anhänger der sozialen Marktwirtschaft. Viele haben resigniert und halten aus, andere wie oben beschrieben, sind Opfer des kapitalistischen Anlegersystems und haben genug mit den daraus resultierenden Problemen zu kämpfen.   

Ich setze meine Hoffnung daher auf die Philosophen, Anthropologen, Soziologen, Sozialwissenschaftler und auf den Mittelstand. Eine wieder menschentauglichere Gestaltung des Wirtschaftssystems ist möglich. 

Um bei unserer Metapher des Krebsgeschwüres zu bleiben: Auf den Arzt können wir hoffen, aber sollten wir nicht warten. 

Die Politik tut sich hier schwer, vielleicht weil die eigenen Verstrickungen tiefer sind, als es die Allgemeinheit weiß. Aber Ballaststoffe und manche Hormone bremsen Krebsgeschwüre aus. Als Kleinstunternehmerin bin ich sicherlich nur ein Körnchen Ballast für das Krebsgeschwür, aber in Verbindung mit vielen weiteren Körnern können wir das Krebsgeschwür ausbremsen.

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